Suhrkamp strana 8 z 9

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Schweiz ohne Armee?


Der junge Jonas und sein Großvater, ein Armeeveteran, debattieren über Zweck und Unsinn unserer heutigen Verteidigungspolitik. Dieses Gespräch zwischen den Generationen erweist sich als ein Nachdenken über die Friedensfähigkeit unserer Gesellschaften.
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Flüchtlingsgespräche, Erweiterte Ausgabe


Die in den frühen vierziger Jahren geschriebenen Dialoge der Flüchtlingsgespräche handeln vom Alltag der aus Deutschland Vertriebenen, vertreten durch den Intellektuellen Ziffel und den Arbeiter Kalle, die sich im Restaurant des Hauptbahnhofs von Helsinki über die internationale Lage (deutsche Truppen haben Dänemark und Norwegen besetzt und rücken in Frankreich vor) und die eigene Situation unterhalten: "Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht, Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, wo er sich die nächsten fünf Jahre aufhielt. Außer Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.
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Trotzdestonichts


Drei Texte, entstanden 1992/93 nach der 'Wende', die Volker Braun nun Umbruch nennt, zeigen seine ungebrochene Lust, in die Verhängnisse zu sehen. Auf die bittere Geschichte 'Das Nichtgelebte' folgt der satirische Dialog 'Der Wendehals', und dieser wird kommentiert von den kafkaesk gestimmten Kurzerzählungen der "Fußgängerzone". Die so grotesk verspielte wie melancholisch heitere Unterhaltung 'Der Wendehals' wird von zwei Figuren geführt: die eine - ICH - "arbeitslos, wie alle Weltanschauer und Veränderer hier, entlassen von der zahlungsunfähigen Geschichte, die solche Angestellten nicht länger unterhalten kann"; die andere - ER -, der evaluierte Chef, hat "auf der westlichen Waage" gestanden und dabei den Verstand verloren. Oder ist er zu Verstand gekommen? Volker Braun, geb. 1939 in Dresden, lebt in Berlin. Anfang der sechziger Jahre wurde der Lyriker bekannt und machte sich bald auch als wichtiger Dramatiker, Prosaautor und Essayist einen Namen. Er erhielt zahlreiche bedeutende Literaturpreise, darunter 1998 den Hans-Erich-Nossak-Preis und 2000 den Georg-Büchner-Preis.
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Gegen die Laufrichtung


Ein Entlassener, früher Tennisspieler, sucht den Ort auf, an dem sein Verbrechen geschah: das Operncafé. Erkennt man ihn noch? Die Frau, die sich zu ihm setzt, erkennt ihn jedenfalls nicht; sie sieht nur einen Mann, der das Lieben verlernt hat, das fällt in ihr Ressort. Sie stellt ihm Fragen, schon wird es intim, der Frau ist das geläufig; eigentlich wollte sie ein Gutachten schreiben, auf dem Tisch liegt ihre Aktentasche, Geschenk jenes anderen, den es immer gibt, auch wenn der Entlassene an diesem Tag inständig hofft, es möge ihn nicht geben. Kirchhoffs Novelle ist die Momentaufnahme eines Stadtlebens und zweier Menschen, die ein Licht wirft auf unsere leichte Zeit riskanter Wünsche.
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Reisswolf


In unverwechselbarer literarisch-bildnerischer "Handschrift", in der die Worte zu Zeichen werden, reagieren die Schritt-Bild-Figuren des Johannes Jansen auf das "fremdgehege der gegenwart".
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Sex kills


Sechzehn Jahre lang habe ich versucht, Ramon aus meinem Denken zu verdrängen. Sechzehn Jahre lang habe ich immer an ihn gedacht. Dann ruft er mich eines Tages einfach an, und wir vereinbaren ein Treffen in seinem Tonstudio: Es ist ein düsterer Hinterhof, ein schmutziger Hauseingang. Kein Namensschild, kein Klingelknopf. Die Tür steht offen. Ich zögere. In meinem Kopf wiederhole ich eine Liedzeile von Joni Mitchell. Ich trete ein. Sex kills.
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Biedermann und die Brandstifter


"In 'Biedermann und die Brandstifter' hat Max Frisch den Kern des Verderbens von Person und Gemeinschaft freigelegt: die verdorbene Sprache. Biedermann und seine Frau unterliegen gegen die Brandstifter, weil, was sie sagen, nicht gemeint ist. Ihre Sprache dient nicht der Darstellung, sondern der Vorstellung." (Werner Weber).
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Rote Lackn


Die "Rote Lackn", ein See am oberen Ende eines Gebirgstales, wird zum Ausgangspunkt einer Spurensuche: Die Ich-Erzählerin, die mit dem Tal und seinen Bewohnern seit ihrer Kindheit verbunden ist, folgt verschlungenen Lebensläufen und verwobenen Schicksalen, holt kleines Glück und großes Leid ans Licht, schildert Begegnungen und hinterfragt ihre eigene Erinnerung. Es sind vor allem Frauen, denen die Autorin ihre Aufmerksamkeit schenkt: die Bäuerin, die sich zu Tode schindet; die Sennerin, die im "Narrenturm" endet; unten in der Stadt die "alte Dame aus dem Französischkurs", deren Sohn ein bekannter Professor in Deutschland ist und in der Heimat eine berührende Liebesgeschichte erlebt; die Sportlerin aus der DDR, die über die Todesgrenze hierher geschmuggelt wird; und Marie, deren Geschichte dort endet, wo die Erzählung ihren Ausgang genommen hat: bei der Kapelle an der "Roten Lackn", errichtet zum Gedächtnis an drei Gehängte und eine junge Frau, die sich und ihrem Kind das Leben nah 15 m. Sanft wie "das Rot durchs Leben sickert", kommt die Erzählung daher. Aber ihre eindringliche, unaufgeregte Sprache geht unter die Haut, entwickelt mit stetem Rhythmus und der poetischen Kraft ihrer Bilder einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Brita Steinwendtner, geboren 1942 in Wels, Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie in Wien und Paris. Freie Mitarbeiterin des ORF und anderer Rundfunkanstalten. Leiterin der Rauriser Literaturtage. Brita Steinwendtner lebt als Autorin, Regisseurin und Feuilletonistin in Salzburg.
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Allemann


Während alle Mann ihre Körper stählen, forschen Blicks Tod und Krieg entgegensehen und lauthals Zustimmung brüllen, symbolisiert der Lehrer Allemann den Widerstand, den keineswegs 'alle Mann' leisten mochten. "Wer nicht onaniert, ist kein deutscher Junge", sagt er zu seinen Schülern - ein Satz, der sein Todesurteil besiegelt.
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Jugend ohne Gott


So schrieb Hermann Hesse an Alfred Kubin: Die Erzählung ist großartig und schneidet quer durch den moralischen Weltzustand von heute. Alfred Döblin befand, Horvaths Buch über eine Schule, eine mehr oder weniger verrohte Jugend, an ihr ein Lehrer, der ein Gewissen hat, sich verleugnen muß und es schließlich nicht mehr kann, sei knapp und anschaulich geschrieben.
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Gutes Geld


Der Autor und Psychiater Ernst Augustin hatte 1974 einen Geldfälscher zu beurteilen, dessen Methode darin bestand, nur kleine Scheine auf den Markt zu bringen. Als er sich durch eine einmalige große Summe ein Ruhegeld verschaffen wollte, wurde er entdeckt. Während der Begutachtung teilte der Proband Ernst Augustin die Herstellungstechnik mit, verriet ihm vor allem "das Geheimnis des Wasserzeichens". Der Autor hat es nicht riskiert, dieses selbst in der Branche weitgehend verborgene Wissen für sich zu nutzen. Er riskiert es aber jetzt, nach mehr als 20 Jahren, dieses Buch zu veröffentlichen.
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Versuch einer Heimkehr


Der frühe Ausbruch aus der unerträglichen Enge einer Salzburger Kindheit führt den Autor (Jahrgang 1948) nach Paris, ins europäische Ausland und später in die USA. Nach einem Selbstmordversuch hat er nichts mehr zu verlieren. Als die Ausbruchsbewegung in eine Kreisbahn übergeht und ihn zurück in die Zwangsverhältnisse ehelicher, bürgerlicher Normalität führt, träumt er von einem neuen Ausbruch.
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Anderswo


"Ich sah alles vor mir: Tante Lene, die verzweifelt genug war, sogar einen Hinkefuß zu heiraten, Tante Sissi, die mit einem Hallodri davonzog, nur um endlich anderswo zu sein, Tante Paula, die nicht wußte, wie sie es anstellen sollte, davonzukommen. Keine von ihnen war davongekommen, nicht einmal Tante Sissi. Alle drei hockten sie unter dem Segelschiffbild, ihr ganzes Leben, und warteten auf gut Wetter." Eine Kleinstadt in Norddeutschland, eine junge Frau kehrt nach einer unglücklichen Liebe zurück. Ihre drei Tanten tun alles, damit sie bleibt: Tante Lene, der General, kommandiert sie, Tante Paula umsorgt sie, Tante Sissi umwirbt sie. Eine ist verrückt nach Kronprinzessinnentorte, während die andere nur trockene Kekse mag und die dritte am Kaffeetisch strickt, um nichts essen zu müssen. Zu dritt hüten sie das Geheimnis ihres Vaters, eines Spätheimkehrers. Die junge Frau weiß nicht, ob sie ihm nachspüren oder das beredte Schweigen ihrer Verwandten hinnehmen soll. Doch als eine der Tanten stirbt, geraten die Dinge plötzlich wie von selbst in Bewegung.
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Der Spitzel


Der Roman spielt in der Zeit der Regierung Elisabeths I. von England und erzählt von Freundschaft und Verrat, von Lebensgier und Mord. Die Beteiligung des Spitzels Poley an dem Komplott, das zur Hinrichtung von Maria Stuart führte, bildet den historischen Kern. Mit seiner Schilderung der Intrigen am königlichen Hof verbindet der Autor die Frage nach Existenz und Tod Christopher Marlowes, des berühmten Dichters, der zeitweilig auch als Geheimagent der Regierung tätig war.
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Jenseits der Liebe


"Das Geschehen ist eine Allerweltsgeschichte. Doch eben das ist die Stärke dieses Romans. Denn wie Walser den Zerfall der Persönlichkeit des Franz Horn, wie er die Berufsschäden bis in die feinsten Empfindungen des Beschädigten verfolgt, zeigt den Autor auf der Höhe seiner Meisterschaft. Kein Roman hat in den letzten Jahren die seelische Verkrüppelungen, die das Berufsleben hinterläßt, genauer angezeigt."
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