Suhrkamp strana 5 z 9

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Ins Offene


Ohne es zu kennen, hat man dieses Buch bislang vermißt”, so wird im Klappentext das DeutschlandRadio zitiert. Der Ich-Erzähler fährt in der Osterzeit zurück in sein oberschwäbisches Heimatdorf, weil er durch einen Assistenzarzt über den kurz bevorstehen Tod seiner Mutter in Kenntnis gesetzt wurde. Seinen Vater hat er nie gekannt, das Verhältnis zu Mutter und Großmutter war immer schwierig, aus dem dörflichen Käfig ist er so früh als möglich ausgebrochen. Nun geht es also zurück ins Enge. Das ganze Buch stellt eine monologische Reflektion dar; still und melancholisch vermischen sich in harten, kalten Sätzen Erinnerungen mit dem aktuellen Geschehen. Die Verbitterung ist mit Händen zu greifen, die schwere Vergangenheit allgegenwärtig, ihre Aufarbeitung gelingt nur mühsam. Zu vieles, was dem Erzähler unverständlich geblieben ist. Unbarmherzig rechnet er mit der Religiosität und kleindörflichen Kultur ab, beschreibt seine Lebenswelt in Worten, die mir schmerzhaft bekannt vorkommen. Zu den geschilderten Charakteren und geistigen Haltungen fallen mir sofort Gesichter ein, auch die erwähnten Örtlichkeiten habe ich sofort vor Augen. Viele Fragen wirft dieses kleine Buch auf; es ist flüssig und locker zu lesen, besitzt dabei enormen Tiefgang. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, der gescheiterten Beziehung zu seiner Mutter und deren Sterbeprozess haben mich berührt, hinterfragt und ins Nachdenken gebracht. Der Text auf dem Backcover läßt verlauten: “Mit großer Eindringlichkeit schildert [der Autor] die letzten Tage dieser Mutter und den Versuch des Sohnes, mit ihr ins reine zu kommen, ins »Offene« zu gelangen”. Gut getroffen; ich empfehle dieses Buch.
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Die Farbe des September


Fergus Steyn hat zugesagt, auf einem Historikerkongreß zu berichten, was er 1945 beim Verlassen der niederländischen Kolonien erlebt hat. Doch je länger er darüber nachdenkt, über die Kindheit auf Java, ein Paradies voller Geheimnisse und Gerüche, und dann den plötzlichen Abschied von alldem, desto deutlicher und bedrängender kreist alles um sie, die alle und alles bezaubernde Pinkie. Pinkie mit den Storchenbeinen, dem alle verblüffenden Mut; Pinkie die im Bambusversteck sein Bein berührte, daß er fast zersprang vor Glück - er muß den Vortrag absagen, die ganze " Repatriierung" nach Holland, merkt er, ist für ihn nur noch Pinkie. Und er hat diesen Entschluß gefaßt, hört er sich denken: wo sie jetzt wohl ist?
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4,50 €

Hinze-Kunze-Roman


Eine Satire in Collage-Form mit vielschichtiger Textstruktur, Dialogen, Einschüben und Zitaten. In ihr übt der Sozialist Braun Kritik: sowohl am ganz gewöhnlichen Alltag der DDR als auch an ihrer Führungselite. Die gab zwar vor, die Gleichheit der Menschen zu verwirklichen aber weder konnte noch wollte sie dies. Ein satirisch-philosophischer Roman, der seine tödlich ernsten Späße "im gesellschaftlichenInteresse "macht. Und der bei seinem Erscheinen 1985 in der DDR heftige Kontroversen auslöste.
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Halbtagsstelle in Pompeji


Diese Erzählungen spielen mit dem fabelhaft Wunderbaren und dem himmlisch Märchenhaften, mit unseren Leserphantasien. In den kunstvoll knappen Geschichten bricht das Unwirkliche und das Unerhörte in scheinbar festgefügten Ordnungen ein und enthüllt Groteskes und Skurriles.
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Eine schlechte Geschichte


Eine Geschichte mit fünf Personen: der Bestattungsunternehmer, der Pfarrer, eine Frau, der Bürgermeister, der Schreiner. Ersonnen wird die "traurige Kriminalgeschichte" eines ermordeten Landstreichers - aus dessen Sicht, indem jeder der anwesenden Geschichtenerfinder als Ich-Erzähler in die Rolle des Ermordeten schlüpft, um aus der "Objektivität seines Todes" den Mörder zu überführen.
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Heute


In den ersten Monaten des neuen Jahrtausends hat Erica Pedretti Zeitungsseiten leicht übertüncht und das Weltgeschehen, aber auch Ereignisse im klei nen, mit eigenen - kalligraphisch anmutenden - Tagebuchnotizen kommentiert. Erica Pedretti wurde 1930 im nordmährischen ternberk (im heutigen Tschechien) geboren und erlebte dort die Kriegsjahre. Im Dezember 1945 kam sie mit einem Rotkreuztransport zu Verwandten in die Schweiz (ihre Großmutter war Schweizerin) und besuchte in Zürich die Kunstgewerbeschule. 1950 musste sie, da sie keine Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz erhielt, das Land verlassen. Erica Pedretti emigrierte in die USA und verbrachte zwei Jahre in New York. 1952 kehrte sie jedoch in die Schweiz zurück und heiratete den Künstler Gian Pedretti aus der Engadiner Künstlerfamilie Pedretti. Seit den 70er Jahren arbeitet sie erfolgreich als bildende Künstlerin. Auslandsaufenthalte führten sie 1971 nach London und 1988 als Gast an das Istituto Svizzero in Rom. 1989 war sie Writer in Residence an der Washington University in St. Louis. 1994 hatte sie den Swiss Chair an der City University of New York inne. Seit 1988 ist sie korrespondierendes Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und D 01 ichtung in Darmstadt. Heute lebt Erica Pedretti mit ihrem Mann in La Neuveville am Bieler See. Sie zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Schweizer Literatur.
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Ohne einander


Ohne einander: der Roman einer Familie, in der es kein "miteinander" mehr gibt. Dieser rasante Roman - voller Turbulenzen und Tücken - beschreibt die Tragödie einer Familie. "Souverän, witzig und mit bitterer Klarsicht hat Martin Walser die auf Wohlstand und Karriere, Macht und Prestige geile Gesellschaft der Bundesrepublik als Haifischgewässer beschrieben." (Neue Zürcher Zeitung)
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Brechts 'Terzinen über die Liebe'


Der vorliegende Band dokumentiert daß Kunst vermag, "die Schönheit in ihrer reitzenden Gestalt", wie Johann Jacob Bodmer 1741 zu Dantes Francesca-Darstellung formulierte, so abzuschildern, "als ob der Vorwurf derselben in der nackenden Natur vor Sinnen geleget wäre". Die Schönheit von Brechts Versen, ihre nachhaltige Wirkung und der Vergleich mit lyrischen Bearbeitungen desselben Stoffs aus sechs Jahrhunderten beweisen: die Terzinen über die Liebe gehören ins Pantheon der Weltliteratur.
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Die Nacht der Harlekine


Die Helden dieser oft absurden oder clownesken Farcen scheitern bei ihrer Suche regelmäßig; sie bleiben von den Frauen verlassen und betrogen zurück - im besten Fall vor der Schreibmaschine oder im Kaffeehaus, im schlechten enden sie im Gefängnis oder in der Nervenheilanstalt. Aber Melancholie und Verlassenheit zum Trotz wahren Schindels "Harlekine" eine Größe, deren Geheimnis die Figur des "Sparzierstockjohnny" kennt: "Herr Revierinspektor, man muß aufrecht gehen, nicht gespreizt, aber eben auch nicht auf dem Boden schleifen. Man kann das lernen, falls man um den Mund herum lächeln kann."
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Grimms Märchen


Diese Ausgabe der "Suhrkamp Basis Bibliothek - Arbeitstexte für Schule und Studium" bietet eine Auswahl von Grimms Märchen zusammen mit einem prägnanten Kommentar, der die historischen und inneren Bezüge dieser Volkserzählungen erschließt. Die hier zusammengestellten 16 Märchen gehören zu den berühmtesten der Grimm'schen Sammlung und repräsentieren deren breites und vielfältiges Spektrum - sowohl was Gattungseigentümlichkeiten stilistischer und motivlicher Art als auch was prägende Weltanschauungen betrifft. Der Kommentar weist nicht nur auf Herkunft und mögliche Bedeutungen der einzelnen Märchen hin, sondern zeigt auch Motiv- und Formulierungsparallelen auf, dokumentiert die verschiedenen Bearbeitungsstufen und liefert zahlreiche Wort- und Sacherläuterungen sowie einen komprimierten Überblick über die Rezeptionsgeschichte. Der Kommentar ist den neuen Rechtschreibregeln entsprechend verfasst.
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Sieben Sachen des Sikh


Marieluise Fleißer, 1901 in Ingolstadt geboren und dort 1974 gestorben.Marieluise Fleißer, die größte Dramatikerin des 20. Jahrhunderts (Elfriede Jelinek), wurde - nach frühen Erfolgen im Umfeld Brechts - in den sechziger Jahren von jungen Theaterautoren wie Rainer Werner Faßbinder und Franz Xaver Kroetz wiederentdeckt. Ihre Stücke wurden erneut gespielt, und endlich nahm ein größeres Publikum sie auch als Erzählerin wahr, obschon Walter Benjamin bereits früh die Prosa Marieluise Fleißers als Kunstmittel ersten Ranges erkannt und Alfred Kerr ihr Werk schlicht einen Besitz genannt hatte. Die Werke der Marieluise Fleißer, schrieb der Kritiker Heinrich Goertz aus Anlaß des Erscheinens der Gesammelten Werke, sind eine Schule der Rechtschaffenheit, der stilistischen Ehrlichkeit und Prägnanz. Die Sprache als perfekter Ausdruck ihres Denkens und Erlebens - eine körnige Prosa, hart, zupackend, konkret, ohne unverbindliche Allgemeinheiten und schmückende Beiwörter - nur die Sache selbst, jeder Satz eine Enthüllung.Ich schreibe für jene, die entschlossen sind, zu erkennen. Ich schreibe für jene, die sich nichts vormachen lassen.
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Alle oder keiner


Wie sind wir geworden, was wir heute sind? "Alle oder keiner" erzählt die Geschichte eines Diplompsychologen am Institut für forensische Psychiatrie. Hinter ihm liegt ein jugendbewegtes Leben, intensiv erlebte er die späten 70er und frühen 80er Jahre mit ihren Demonstrationen. Neben dem Studium blieb genügend Freiraum für politische Aktivitäten und Diskussionsnächte, WG-Erfahrungen und Liebesgeschichten. In der Mitte seines Lebens erkennt er, dass er an einem Wendepunkt angekommen ist.
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Demian


Wie alle Hauptwerke Hermann Hesses hat auch der Demian, den der damals 40jährige Autor mitten im Ersten Weltkrieg schrieb, eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Daß dieses im Herbst 1917 vollendete Buch erst im Juni 1919, ein halbes Jahr nach Kriegsende, veröffentlicht wurde, lag an der Unbekanntheit des Verfassers. Denn Hesse hatte das Manuskript dem Verlag als das Erstlingswerk eines kranken jungen Dichters empfohlen, des zeitkritischen Poeten Emil Sinclair, der bisher nur in Zeitungen und Zeitschriften durch pazifistische Mahnrufe und Erzählungen aufgefallen war (die gleichfalls von Hesse stammten). Doch trotz des Inkognitos erlebte das Buch eine geradezu stürmische Aufnahme und wurde noch im Erscheinungsjahr mit dem Fontane-Preis für das beste Erstlingswerk eines Nachwuchsautors ausgezeichnet. Thomas Mann verglich die elektrisierende Wirkung des Buches mit der von Goethes Werther, da es »mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit traf und
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Die Einsamkeit des Zauberers


Alptraum New York... Ein Mann landet auf dem New Yorker Flughafen; noch geschüttelt von der Flugangst, überfällt ihn die Panik, seine Frau nicht wiederzuerkennen. Aus Angst wird Ekel, Ekel vor der Frau ... Ekel vor der Stadt - Abscheu vor allem, was zuvor so normal war.Die Geschichte beginnt beunruhigend. Sicher, es ist nicht ungewöhnlich, daß jemand, der aus Deutschland zurück nach New York fliegt, mit Flugangst zu kämpfen hat. Furcht steigt in dem Mann hoch, er werde seine am Flughafen wartende Frau nicht wiedererkennen. Angekommen im dunkeln Loft, bezieht der Mann seinen Hochsitz am Fenster und notiert, was er sieht. Gedächnisbehinderte Fremdheit verschärft und verzerrt alle Beobachtungen und Erfahrungen. Sie isoliert ihn, macht ihn einsam. Genzmers Held geht am "Big Apple" zugrunde. Die Geschichte seiner Verstörung ist auch eine Geschichte über amerikanische Zustände, speziell über New York: "Man muß sich beeilen, alles verschwindet."
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Herr Biedermann und die Brandsti


Das Hörspiel Herr Biedermann und die Brandstifter inszeniert die Geschichte eines Kleinbürgers, der die Brandstifter in sein Haus läßt, um von ihnen - verzweifelte Hoffnung opportunistischer Bonhomie - verschont zu werden. In der verwickelten Konspiration von Spießern und Gangstern wird eine Geisteshaltung entlarvt, die zur Urgeschichte des Totalitären gehört.
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2,50 €