Publio Kiadó strana 23 z 32
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Wilhelm Meisters Lehrjahre Band 6
Bis in mein achtes Jahr war ich ein ganz gesundes Kind, weiß mich aber von dieser Zeit so wenig zu erinnern als von dem Tage meiner Geburt. Mit dem Anfange des achten Jahres bekam ich einen Blutsturz, und in dem Augenblick war meine Seele ganz Empfindung und Gedächtnis. Die kleinsten Umstände dieses Zufalls stehn mir noch vor Augen, als hätte er sich gestern ereignet.
Während des neunmonatlichen Krankenlagers, das ich mit Geduld aushielt, ward, so wie mich dünkt, der Grund zu meiner ganzen Denkart gelegt, indem meinem Geiste die ersten Hülfsmittel gereicht wurden, sich nach seiner eigenen Art zu entwickeln.
Ich litt und liebte, das war die eigentliche Gestalt meines Herzens. In dem heftigsten Husten und abmattenden Fieber war ich stille wie eine Schnecke, die sich in ihr Haus zieht; sobald ich ein wenig Luft hatte, wollte ich etwas Angenehmes fühlen, und da mir aller übrige Genuß versagt war, suchte ich mich durch Augen und Ohren schadlos zu halten. Man brachte mir Puppenwerk und Bilderbücher, und wer Sitz an meinem Bette haben wollte, mußte mir etwas erzählen.
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Egmont
Soest. Nun schießt nur hin, daß es alle wird! Ihr nehmt mir's doch nicht! Drei Ringe schwarz, die habt ihr eure Tage nicht geschossen. Und so wär' ich für dies Jahr Meister. Jetter. Meister und König dazu. Wer mißgönnt's Euch? Ihr sollt dafür auch die Zeche doppelt bezahlen; Ihr sollt Eure Geschicklichkeit bezahlen, wie's recht ist. (Buyck, ein Holländer, Soldat unter Egmont.) Buyck. Jetter, den Schuß handl' ich Euch ab, teile den Gewinst, traktiere die Herren: ich bin so schon lange hier und für viele Höflichkeit Schuldner. Fehl' ich, so ist's, als wenn Ihr geschossen hättet. Soest. Ich sollte drein reden; denn eigentlich verlier' ich dabei. Doch, Buyck, nur immerhin. Buyck (schießt). Nun, Pritschmeister, Reverenz!—Eins! Zwei! Drei!
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Das Urteil
Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.
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Wilhelm Meisters Wanderjahre Band 3
Nach allem diesem, und was daraus erfolgen mochte, war nun Wilhelms erstes Anliegen, sich den Verbündeten wieder zu nähern und mit irgendeiner Abteilung derselben irgendwo zusammenzutreffen. Er zog daher sein Täfelchen zu Rat und begab sich auf den Weg, der ihn vor andern ans Ziel zu führen versprach. Weil er aber, den günstigsten Punkt zu erreichen, quer durchs Land gehen mußte, so sah er sich genötigt, die Reise zu Fuße zu machen und das Gepäck hinter sich her tragen zu lassen. Für seinen Gang aber ward er auf jedem Schritte reichlich belohnt, indem er unerwartet ganz allerliebste Gegenden antraf; es waren solche, wie sie das letzte Gebirg gegen die Fläche zu bildet, bebuschte Hügel, die sanften Abhänge haushälterisch benutzt, alle Flächen grün, nirgends etwas Steiles, Unfruchtbares und Ungepflügtes zu sehen. Nun gelangte er zum Haupttale, worein die Seitenwasser sich ergossen; auch dieses war sorgfältig bebaut, anmutig übersehbar, schlanke Bäume bezeichneten die Krümmung des durchziehenden Flusses und einströmender Bäche, und als er die Karte, seinen Wegweiser, vornahm, sah er zu seiner Verwunderung, daß die gezogene Linie dieses Tal gerade durchschnitt und er sich also vorerst wenigstens auf rechtem Weg befinde.
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Faust - Zweiter Teil
Gesang von Aolsharfen begleitet.
Wenn der Blüten Frühlingsregen Über alle schwebend sinkt, Wenn der Felder grüner Segen Allen Erdgebornen blinkt, Kleiner Elfen Geistergröße Eilet, wo sie helfen kann; Ob er heilig, ob er böse, Jammert sie der Unglücksmann.
Die ihr dies Haupt umschwebt im luft'gen Kreise, Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise: Besänftiget des Herzens grimmen Strauß, Entfernt des Vorwurfs glühend bittre Pfeile, Sein Innres reinigt von erlebtem Graus! Vier sind die Pausen nächtiger Weile; Nun ohne Säumen füllt sie freundlich aus! Erst senkt sein Haupt aufs kühle Polster nieder, Dann badet ihn im Tau aus Lethes Flut! Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder, Wenn er gestärkt dem Tag entgegen ruht. Vollbringt der Elfen schönste Pflicht: Gebt ihn zurück dem heiligen Licht!
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Die Verwandlung
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.
»Was ist mit mir geschehen?« dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Über dem Tisch, auf dem eine auseinandergepackte Musterkollektion von Tuchwaren ausgebreitet war – Samsa war Reisender –, hing das Bild, das er vor kurzem aus einer illustrierten Zeitschrift ausgeschnitten und in einem hübschen, vergoldeten Rahmen untergebracht hatte. Es stellte eine Dame dar, die, mit einem Pelzhut und einer Pelzboa versehen, aufrecht dasaß und einen schweren Pelzmuff, in dem ihr ganzer Unterarm verschwunden war, dem Beschauer entgegenhob.
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Italienische Reise - Band 1
Karlsbad bis auf den Brenner
Den 3. September 1786.
Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad, weil man mich sonst nicht fortgelassen hätte. Die Gesellschaft, die den achtundzwanzigsten August, meinen Geburtstag, auf eine sehr freundliche Weise feiern mochte, erwarb sich wohl dadurch ein Recht, mich festzuhalten; allein hier war nicht länger zu säumen. Ich warf mich ganz allein, nur einen Mantelsack und Dachsranzen aufpackend, in eine Postchaise und gelangte halb acht Uhr nach Zwota, an einem schönen stillen Nebelmorgen. Die obern Wolken streifig und wollig, die untern schwer. Mir schienen das gute Anzeichen. Ich hoffte, nach einem so schlimmen Sommer einen guten Herbst zu genießen. Um zwölf in Eger, bei heißem Sonnenschein; und nun erinnerte ich mich, daß dieser Ort dieselbe Polhöhe habe wie meine Vaterstadt, und ich freute mich, wieder einmal bei klarem Himmel unter dem funfzigsten Grade zu Mittag zu essen.
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Tales From Jókai
In the days when Kuczuk was the Pasha of Grosswardein, the good city of Debreczen had a very bad time of it. This whimsical Turk, whenever some little trifle had put him out of humour with the citizens of Debreczen, would threaten to ravage the town from end to end with fire and sword, cut the men to mincemeat, carry off all the women into captivity, pack up all the treasures of the town in sacks, and sow with salt the place where once it had stood.
At first the prudent and pacific magistrates of Debreczen used to soothe the heavy displeasure of the whimsical Pasha with fair-spoken entreaties, good words, and precious gifts; but one day Master Stephen Dobozy was elected governor, and being a short-necked, fiery-tempered man, it so happened that when, for some cause or other, Kuczuk Pasha again began to murmur against them, and threatened the Debreczeners that this time he really would come to them, Dobozy sent back this message: "Let him come if he likes."
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The Poor Plutocrats
"Was it you who yawned so, Clementina?"
Nobody answered.
The questioner was an old gentleman in his eightieth year or so, dressed in a splendid flowered silk Kaftan, with a woollen night-cap on his head, warm cotton stockings on his feet, and diamond, turquoise, and ruby rings on his fingers. He was reclining on an atlas ottoman, his face was as wooden as a mummy's, a mere patch-work of wrinkles, he had a dry, thin, pointed nose, shaggy, autumnal-yellow eyebrows, and his large prominent black eyes protected by irritably sensitive eyelids, lent little charm to his peculiar cast of countenance.
"Well! Will nobody answer? Who yawned so loudly behind my back just now?" he asked again, with an angry snort. "Will nobody answer?"
Nobody answered, and yet there was a sufficient number of people in the room to have found an answer between them. In front of the hearth was sitting a young woman about thirty or thirty-five, with just such a strongly-pronounced pointed nose, with just such high raised eyebrows as the old gentleman's, only her face was still red (though the favour of Nature had not much to do with that perhaps) and her eyebrows were still black; but her thin lips were just as hermetically sealed as the old man's, when she was not speaking. This young woman was playing at Patience.
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Memoirs of Aaron Burr
The grandfather of Colonel Aaron Burr, the subject of these memoirs, was a German by birth, and of noble parentage. Shortly after his arrival in North America, he settled in Fairfield, Connecticut, where he purchased a large tract of land, and reared a numerous family. A part of this landed estate remained in the possession of his lineal descendants until long after the revolutionary war. During Colonel Burr's travels in Germany, in the year 1809, various communications were made to him, orally and in writing, by different branches of the Burr family, some of whom were then filling high and distinguished scientific and literary stations.
His father, the Rev. Aaron Burr, was born in Fairfield, on the 4th day of January, 1715, and was educated at Yale College. In a manuscript journal which he kept, and which has been preserved, he says, "In September, 1736, with many fears and doubts about my qualifications (being under clouds with respect to my spiritual state), I offered myself to trials, and was approved as a candidate for the ministry. My first sermon was preached at Greenfield, and immediately after I came into the Jerseys. I can hardly give any account why I came here. After I had preached for some time at Hanover, I had a call by the people of Newark; but there was scarce any probability that I should suit their circumstances, being young in standing and trials. I accepted of their invitation, with a reserve, that I did not come with any views of settling. My labours were universally acceptable among them, and they manifested such great regard and love for me, that I consented to accept of the charge of their souls.
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Timar's Two Worlds
A mountain-chain, pierced through from base to summit—a gorge four miles in length, walled in by lofty precipices; between their dizzy heights the giant stream of the Old World, the Danube.
Did the pressure of this mass of water force a passage for itself, or was the rock riven by subterranean fire? Did Neptune or Vulcan, or both together, execute this supernatural work, which the iron-clad hand of man scarce can emulate in these days of competition with divine achievements?
Of the rule of the one deity traces are visible on the heights of Fruska Gora in the fossil sea-shells strewn around, and in Veterani's cave with its petrified relics of saurian monsters of the deep; of the other god, the basalt of Piatra Detonata bears witness. While the man of the iron hand is revealed by long galleries hewn in the rock, a vaulted road, the ruined piers of an immense bridge, the tablets sculptured in bas-relief on the face of the cliff, and by a channel two hundred feet wide, hollowed in the bed of the river, through which the largest ships may pass.
The Iron Gate has a history of two thousand years. Four nations—Romans, Turks, Roumanians and Hungarians, have each in turn given it a different name.
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Prometheus
Prometheus. Ich will nicht, sag es ihnen! Und kurz und gut, ich will nicht! Ihr Wille gegen meinen! Eins gegen eins, Mich dünkt, es hebt sich! Merkur. Deinem Vater Zeus das bringen? Deiner Mutter? Prometheus. Was Vater! Mutter! Weißt du, woher du kommst? Ich stand, als ich zum erstenmal bemerkte Die Füße stehn, Und reichte, da ich Diese Hände reichen fühlte, Und fand die achtend meiner Tritte, Die du nennst Vater, Mutter.
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The Watcher and other weird stories
It is now more than fifty years since the occurrences which I am about to relate caused a strange sensation in the gay society of Dublin. The fashionable world, however, is no recorder of traditions; the memory of selfishness seldom reaches far; and the events which occasionally disturb the polite monotony of its pleasant and heartless progress, however stamped with the characters of misery and horror, scarcely outlive the gossip of a season, and (except, perhaps, in the remembrance of a few more directly interested in the consequences of the catastrophe) are in a little time lost to the recollection of all. The appetite for scandal, or for horror, has been sated; the incident can yield no more of interest or novelty; curiosity, frustrated by impenetrable mystery, gives over the pursuit in despair; the tale has ceased to be new, grows stale and flat; and so, in a few years, inquiry subsides into indifference.
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Satyros oder Der vergoetterte Waldteufel
Einsiedler. Ihr denkt, ihr Herrn, ich bin allein, Weil ich nicht mag in Städten sein. Ihr irrt euch, liebe Herren mein! Ich hab' mich nicht hierher begeben, Weil sie in Städten so ruchlos leben Und alle wandeln nach ihrem Trieb, Der Schmeichler, Heuchler und der Dieb: Das hätt mich immerfort ergetzt, Wollten sie nur nicht sein hochgeschätzt, Bestehlen und bescheißen mich, wie die Raben, Und noch dazu Reverenzen haben! Ihrer langweiligen Narrheit satt, Bin herausgezogen in Gottes Stadt, Wo's freilich auch geht drüber und drunter Und geht demohngeacht nicht unter. Ich sah im Frühling ohne Zahl Blüten und Knospen durch Berg und Tal, Wie alles drängt und alles treibt, Kein Pläcklein ohne Keimlein bleibt.
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The Memoirs of General P. H. Sheridan, Volume II., Part 6
The headquarters of the military department to which I was assigned when relieved from duty at New Orleans was at Fort Leavenworth, Kansas, and on the 5th of September I started for that post. In due time I reached St. Louis, and stopped there a day to accept an ovation tendered in approval of the course I had pursued in the Fifth Military District—a public demonstration apparently of the most sincere and hearty character.
From St. Louis to Leavenworth took but one night, and the next day I technically complied with my orders far enough to permit General Hancock to leave the department, so that he might go immediately to New Orleans if he so desired, but on account of the yellow fever epidemic then prevailing, he did not reach the city till late in November.
My new command was one of the four military departments that composed the geographical division then commanded by Lieutenant-General Sherman. This division had been formed in 1866, with a view to controlling the Indians west of the Missouri River, they having become very restless and troublesome because of the building of the Pacific railroads through their hunting-grounds, and the encroachments of pioneers, who began settling in middle and western Kansas and eastern Colorado immediately after the war.
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Venetianische Epigramme
Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leben. Faunen tanzen umher, mit der Bacchantinnen Chor Machen sie bunte Reihe; der ziegengefüßete Pausback Zwingt den heiseren Ton wild aus dem schmetternden Horn. Cymbeln, Trommeln erklingen; wir sehen und hören den Marmor. Flatternde Vögel! wie schmeckt herrlich dem Schnabel die Frucht! Euch verscheuchet kein Lärm, noch weniger scheucht er den Amor, Der in dem bunten Gewühl erst sich der Fackel erfreut. So überwältiget Fülle den Tod; und die Asche da drinnen Scheint, im stillen Bezirk, noch sich des Lebens zu freun. So umgebe denn spät den Sarkophagen des Dichters Diese Rolle, von ihm reichlich mit Leben geschmückt.
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